Konfirmandenunterricht – wie war das noch früher, etwa vor fünfzig Jahren?
Der Unterricht war wöchentlich und es dauerte meistens fast drei Jahre bis zur Konfirmation: ein Jahr »Vor-Katechumenen«, danach ein Jahr» Katechumenen« und schließlich »Konfirmanden « Und was musste alles gelernt werden!

Etliche Fragen aus dem Katechismus,mehrere Lieder aus dem Gesangbuch und Bibeltexte in großer Vielzahl. Es gab eine Prüfung, in vielen Fällen im Rahmen eines Gottesdienstes vor der ganzen Gemeinde. Und heute?
Heute ist einiges anders:
Nicht ganz zwei Jahre dauert in der Regel die Vorbereitung auf die Konfirmation.
Und während im ersten Jahr für die Dreis-Tiefenbacher Konfirmanden der Unterricht regelmäßig wöchentlich stattfindet, hat das Presbyterium das zweite Jahr seit Sommer 2015 komplett neu geregelt.

Die Konfirmanden nehmen im zweiten Jahr an sogenannten »Workshops« teil, die für alle Konfirmanden aus den Kirchengemeinden Deuz, Netphen und Dreis-Tiefenbach angeboten werden. Der Unterricht wird also im zweiten Jahr auf die Region ausgeweitet.

Hinzu kommen für die Konfirmanden sogenannte »On-Tour-Tage«, an denen die Konfirmanden der jeweiligen Kirchengemeinde zusammen-kommen.

Und schließlich werden in der Region auch drei Jugendgottesdienste mit bzw. für alle Konfirmanden wechselweise in den drei Gemeinden gefeiert.

»Workshops« – was findet da eigentlich statt? Hier einige Beispiele:
Künstlerisches Gestalten war bei einem Workshop angesagt, der sich mit der Herstellung von Paramenten, das heißt mit den im Kirchenraum und in der Liturgie verwendeten Textilien wie Kanzel- oder Altarbehang. Passend zu den unterschiedlichen Festzeiten im Kirchenjahr mit den entsprechenden liturgischen Farben wurden diese angefertigt.

Die Ergebnisse konnten sich durchweg sehen lassen und werden im laufenden Kirchenjahr in der Dreis-Tiefenbacher Kirche zu sehen sein.

Noch bevor sich der Bundestag mit der gesetzlichen Neuregelung zur
sogenannten Sterbehilfe befasste, beschäftigten sich die Konfirmanden mit der Hospizbewegung, deren Beweggründe und Ziele.

»Leben dürfen bis zuletzt« ist das, was im Ev. Hospiz Siegerland umgesetzt wird.
Gerne ging Dirk Debus, stellvertretender Hospizleiter, auf die zahlreichen
Fragen der Konfirmanden ein, auch wenn diese recht persönlich waren, zum Beispiel, wie man als Mitarbeiter mit der Situation fertig wird, Menschen ausschließlich auf ihrer letzten Wegstrecke zu begleiten; oder mit welcher Motivation die Mitarbeiter aus dem Bereich der »normalen« Krankenpflege zum Hospiz gewechselt haben.

Aufgrund der interessierten Fragen machte es Dirk Debus auch großen Spaß, über den Tagesablauf im Hospiz zu informieren, das heißt darüber, dass der Gast seinen Tagesablauf im wesentlichen selbst bestimmt, wie lange die Gäste im Hospiz verweilen, was ganz unterschiedlich sein kann (von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten) und wie versucht wird, den Gästen ihre Wünsche zu erfüllen.

In einem weiteren Punkt beschäftigen sich die Konfirmanden mit der Suchtkrankenberatungsstelle der Diakonie. Hier berichtete Helga Rothenpieler, die sich spezialisiert hat auf die familientherapeutische Arbeit mit Kindern suchtkranker Eltern(-teile), über ihre Tätigkeit.

Mit Erstaunen erfuhren die Konfirmanden dabei, dass jedes siebte Kind von der Sucht eines Elternteils oder seiner Eltern betroffen ist.
Das sind etwa 3 Millionen Kinder in der Bundesrepublik.

Die Umsetzung dieser Thematik nahmen die Konfirmanden dann auch
künstlerisch vor: In Zeichnungen und Bildern wurden Aspekte des Themas in ganz persönlicher Weise zum Ausdruck gebracht.

Als weitere »Workshops« wären beispielsweise noch die Weihnachtsbaumaktion des CVJM zu erwähnen, der Besuch des Hochseilgartens, die Teilnahme am Kaffeeklatsch, Quellenwanderung und vieles mehr. Konfirmanden lernen dadurch unter anderem gemeindliches Leben und Arbeitsfelder bei Kirche und Diakonie kennen.

Nach der Konfirmation gibt es für alle drei Gemeinden den sogenannten
»Timo-Treff«, benannt nach dem Mitarbeiter des Apostels Paulus
»Timotheus«, denn schließlich sollen Konfirmanden entsprechend ihrer
Begabung und ihrem Interesse als Mitarbeiter in den Gemeinden gewonnen werden.

Wer zur Konfirmandenarbeit noch nähere Informationen wünscht,
kann sich an unsere Kirchengemeinde oder an Jugendreferent Henning Klaus
wenden.

T.W.